Next Generation Mini Drivers!

Herzlich willkommen!



Am Steuer fühle ich mich wie eine Göttin – ich fahre und mein Mann betet.

Ein fröhliches Hallo in die Runde geworfen!

Mein Name ist Christina Schnell, ich bin Baujahr 1995. Meine Liebe zum Mini begann mit einem großen Schlag, aber dazu später mehr. Ich wohne nun seit Anfang Februar im Landkreis Augsburg, gebürtig komme ich allerdings aus dem Münchner Großraum. Man könnte wohl sagen dass ich eine recht vielseitige Person bin was Wohnorte und Nationalitäten anbelangt – ich spreche fließend deutsch und englisch nachdem ich deutsch-amerikanisch erzogen wurde ab meinem dritten Lebensjahr. Zu meinen Hobbies gehört die Terraristik, ich halte und pflege daheim mit viel Liebe Königspythen, ebenso wie die Fotografie. Bisher nur Tiere, aber momentan begebe ich mich auch in die Autoszene damit. Ich habe einmal gezeichnet und versuche auch dies wieder aufzuwärmen, bisher aber nur mit mäßigem Erfolg.

 

 Meine Liebe zum Automobil ist ehrlich gesagt noch recht jung, ich habe mich nie sonderlich für Autos interessiert. Sie waren da um von A nach B zu kommen, für mehr nicht wirklich. Nur ein Traumauto gab es – den Cadillac Eldorado. Hätte mir den jemand in pink vor die Nase gestellt… ich hätte ihn genommen. Auch wenn ich pink eigentlich hasse.

 

 

2014 kam dann für mich der erste große Einschlag – und das wortwörtlich. Nachts auf einer nicht mehr beleuchteten Kreuzung baute ich einen Unfall, stieß mit meinem Ford Galaxy frontal mit einem entgegen kommenden 3er BMW zusammen. Der Aufprall war so stark dass es den Galaxy drehte. Glück im Unglück kamen ich und mein Beifahrer ohne große Schäden davon, aber der Schock und die Angst vor dem Autofahren blieb. Ich traute mich ein ganzes Jahr nicht mehr überhaupt auf den Fahrersitz eines Autos, und auch mitfahren ging nur unter permanenter Panik.


Es war Februar 2015 als ich mit meinem Mann abends durch Stuttgart fuhr und wir uns rege über ein winziges Auto unterhielten welches vor uns fuhr. Wir kamen schließlich zu dem Schluss dass es wohl ein 1000er Mini sein muss und sofort machte ich mich auf die Suche auf sämtlichen Plattformen. Durch den Autounfall traute ich mich einfach nicht hinters Steuer eines großen Autos und so musste es eben was kleines werden – und sehr viel kleiner als ein Mini geht ja kaum noch 😉 Nach einigen Tagen des Suchens war ich derart gefrustet weil mir nichts zusagte oder im Budget lag dass ich die Suche aufgeben wollte – das war dann der Moment in dem es ein zweites Mal knallte. Und diesen Knall werde ich wohl genauso wenig vergessen können wie den ersten.

 

Ich weiß nicht genau was es war an dem Bild was mich anzog, aber ich konnte nicht anders als die Anzeige zu öffnen. Das Auto sah recht gut aus, und sollte „nur“ 4000€ kosten… mich an die Preise der anderen die ich gesehen hatte erinnernd empfand ich das als echtes Schnäppchen. Also, Anzeige aufgemacht und überflogen. Und was soll ich großartig sagen… es war einfach Liebe auf den ersten Blick. Die Beschreibung klang soweit auch gut – ein paar Kleinigkeiten müssten gemacht und der Motor wieder eingesetzt werden. Mit einem Mechaniker als Freund kein Hexenwerk und so schrieb ich noch am selben Abend schrieb ich den Verkäufer an.

 

 

Es dauerte keine Woche bis ich mit dem Besitzer alles geklärt und ausgemacht hatte, und so begaben wir uns am 14.3.2015 mit 4000€ in der Tasche nach Nürnberg – in einem Pritschensprinter und mit dem Vorhaben, nicht mehr ohne das Auto nach Hause zurück zu kehren.

Was mich erwartete als der Besitzer das Tor der Garage öffnete werde ich wohl nicht mehr vergessen können… da stand es, mein absolutes Traumauto, vollkommen eingestaubt und guckte traurig. Wenn jemand sagt Autos können keine Emotionen zeigen – DER hat es in dem Moment getan. Dass sich unter der gut einen Zentimeter

 dicken Staubschicht überhaupt ein rotes Auto versteckt konnte man nur an den Seiten erahnen, aber die Liebe blieb. Ich konnte und wollte nicht ohne dieses Auto gehen. Wir verhandelten und schoben dann nach einer Stunde den Kleinen zu dritt auf die Pritsche und traten den Heimweg an.

 

Und ich sag euch eins – nie zuvor war ich glücklicher als in dem Moment als ich das erste Mal in den Rückspiegel sah und direkt in das kleine runde Scheinwerferglas MEINES Minis blickte!

 

Für uns begann an diesem Tag eine wahre Odyssee, denn alles was der Vorbesitzer verpfuscht hatte musste wieder in Ordnung gebracht werden – und das war weit mehr als wir befürchtet hatten. Der Motor war nicht nur ausgebaut sondern regelrecht rausgerissen, Leitungen und Kabel waren einfach zertrennt worden oder fehlten komplett. Der Kabelbaum war lieblos rausgerupft und musste erstmal auseinaner gepflückt und wieder in Ordnung gebracht werden bevor wir ihn wieder einbauen konnten (allein das wieder einziehen kostete uns mehrere Abende) und das Schaltgestänge war einfach mal durchgeflext, nur um Kleinigkeiten zu nennen von dem was wir vorfanden als wir uns dem Zwerg widmeten.

 

Der kleine Mann hat ein Talent dafür Punktlandungen zu vollziehen, denn am Abend vor der Hochzeit meiner Schwiegermama zogen wir die letzte Schraube an und starteten den Motor. Nie habe ich schönere Musik gehört als diese paar PS die nur für mich zum Leben erwachen <3 Die erste Fahrt mit meinem Traumauto, seine Jungfernfahrt unter mir, wurde somit die Fahrt zum Standesamt als Brautauto. Noch heute, drei Jahre später, bekommt meine Schwiegermama Tränen in den Augen wenn sie sich an ihren großen Tag zurück erinnert, denn sie wollte als Jugendliche immer selbst ein solches Auto und ohne es zu wissen erfüllte ich ihr damit ihren größten Traum.

Aus der Liebe die zum Mini wuchs gründere ich schließlich am 12.März 2016 auf Facebook die Gruppe „Classic Minis Germany“ welche sich bis heute gut hält und inzwischen knapp 500 Mitglieder zählt, seit letztem Jahr gibt es eine gleichnamige Seite dazu.

 

 

 

Jetzt aber mal genug von mir, wenn ihr es bis hier mit lesen geschafft habt ziehe ich den Hut vor euch! Wichtiger als ich ist doch wohl eher mein Autochen.

I’d rather be lost in my Mini than found at home.

Mein fahrbarer Untersatz „hört“ auf den Namen Sir Harry (gut, das hören habe ich absichtlich mal nur in Gänsefüßchen gesetzt denn der werte Herr hört nur wenn es ihm gerade in den Kram passt) und hat im August 1989 das allererste Mal seine Scheinwerferchen angeworfen. In seiner Zeit auf den Straßen Deutschlands ging er durch viele Hände bis er schließlich bei mir landete. Und von mir wird er nicht mehr gehen. „Bis dass der TÜV uns trennt, und auch der kann uns nichts!“ ist mein Motto, denn selbst wenn der TÜV einmal nein sagen sollte werde ich Harry nicht mehr hergeben. Er ist mir und er bleibt auch mir. So einfach ist das.

 

Laut Harrys Papieren ist er schwarz, defacto ist er aber rot und somit kommen wir bereits zum ersten Problemchen. Opa muss lackiert werden, und das mehr oder minder dringend, denn der Lack geht auch auf die Kappe des Vorbesitzers. Lieber beim Kumpel im Hinterhof gemacht (was nicht heißt dass die das nicht teilweise auch gut können!) als beim Profi und jetzt habe ich den Salat. Blasenwurf, risse bis auf das Metall, abgeblätterter Lack. Wir machen am Kleinen alles selbst, nur den Lack werden wir jemandem überlassen der das wirklich kann – denn dann haben wir wenigstens auf lange Sicht etwas davon. Mein kleiner Mann ist baulich gesehen noch original und wird es auch bleiben,  wir sind schon gespannt ob er das H bekommt oder nicht. Wer schonmal auf dem Mini meets Motorworld unterwegs war erkennt den kleinen Flitzer vielleicht, 2016 hatten wir die Ehre in der Timeline sämtliche Classics zu repräsentieren und 2017 waren wir Teilnehmer des Elemination Cups. Harry hatte sogar schon eine kleine Rolle als Statist in einem Film 😊

 

Mein Opi steht auf 13 Zoll Melber Felgen die farblich passend zum Body lackiert wurden und ist in blazered unterwegs (zumindest glauben wir das, bisher sind wir uns da noch nicht so ganz sicher). Lampenschirmchen hat er von mir bekommen und hatte mal eine Chromzierleiste am Dach – nachdem wir die dann aber auf der B10 bei voller Fahrt verloren haben habe ich mich dagegen entschieden nochmal eine drauf zu machen. Ursprünglich wollte ich keine Aufkleber anbringen, aber irgendwie konnte ich es dann doch nicht lassen. Der Spruch in der Heckscheibe wird inzwischen aber von allen gefeiert und der Aufkleber am Kotflügel bot sich an um eine große Stelle abgeblätterten Lack zu cachieren.

 

Wir haben unsere original Abgasanlage drunter und schaffen es damit laut der Messung beim Mini meets Motorworld 2016 auf stolze 98.9 Dezibel.

 

Mit Harry fing meine richtige Liebe zum Auto erst richtig an, und inzwischen würde ich ihn für kein Geld der Welt mehr her geben. Egal ob er mit angeblich halbvollem Tank mitten auf der Kreuzung ausgeht und stehen bleibt oder mitten in der Pampa das Selbe Spiel abzieht – ich liebe dieses Auto wirklich über alles.

 


Letztes Jahr haben wir mit der 900 km Reise zum Syndikat und wieder heim einen Meilenstein für uns erreicht und an dem möchte ich euch gerne noch teilhaben lassen, dann habt ihr es auch bereits geschafft und wieder eure Ruhe vor mir 😊

 

 

„Kennt ihr das auch? Ihr schafft mit eurem Auto etwas was ihr euch eigentlich nie zugetraut hättet... und in dem Moment in dem ihr das erste mal aussteigt, seid ihr den Tränen nahe vor Freude. Ihr könntet heulen und eure Beine zittern, Ihr wisst nicht ob sie nachgeben oder euch weiterhin tragen werden.

 

Ihr steigt aus, müsst die Freudentränen zurückhalten, und geht um euer Auto herum bis ihr an der Front steht. Dort angekommen geht ihr vor eurem Auto in die Knie. Entweder weil eure Beine euch nicht mehr tragen können, oder weil die Gefühle euch überwältigen. Ihr legt die Hände auf die noch heiße Motorhaube und streichelt über das Metall. Dann drückt ihr einen Kuss auf das Emblem, egal ob es dreckig oder heiß ist. "Danke", ist das erste was ihr zu ihm/ihr sagt. Denn ihr habt etwas geschafft, mit eurem Auto geschafft, was ihr euch nie zugetraut hättet.

 

Ihr seid stolz, stolz und glücklich. Denn ihr habt es geschafft.“